Wie man Immobilienbetrug erkennt und vermeidet

Wie man Immobilienbetrug erkennt und vermeidet

Immobilienbetrug

Neben zahllosen ehrlichen und nützlichen Aktivitäten wird das Internet auch von Betrügern verwendet, um sich auf Kosten anderer zu bereichern. So nutzen Betrüger auch den knappen Wohn- und Mietmarkt aus, um Mietsuchende um ihr Geld zu betrügen. Die folgenden Informationen helfen Ihnen dabei betrügerische Aktivitäten zu erkennen und Schäden zu vermeiden.

Arten von Immobilienbetrug

  1. Gefälschte Inserate und Vorauszahlungen
  2. Gefälschte Agenturen
  3. Datendiebstahl
  4. Immobilienlisten
  5. Gefälschte Emails

1. Gefälschte Inserate und Vorauszahlungen

Bei der häufigsten Art von Betrugsversuchen wird ein gefälschtes Inserat veröffentlicht und Mietsuchende werden dazu verleitet, die erste Miete und die Kaution im Voraus zu bezahlen. Das Ganze funktioniert nach dem folgenden Schema. Der Betrüger veröffentlicht ein sehr attraktives Inserat für eine Wohnung: top Lage, ansprechende Optik und ein Preis, zu dem man einfach zugreifen muss. Wenn sich Mietsuchende dann melden, bringt der Vermieter einen Grund vor, warum er selber nicht vor Ort sein kann, z.B. befindet er sich im Ausland, pflegt einen Verwandten oder leidet an einer Krankheit. Deswegen soll der Mieter, nachdem man sich ein wenig ausgetauscht hat und alles zu passen scheint, die erste Miete oder die Kaution überweisen. Manchmal soll man sich auf einer Webseite wie z.B. von AirBnB registrieren über die dann der Vertrag laufen würde. Die Webseiten sind gefälscht und sollen Vertrauen herstellen. Danach werde der Schlüssel per Kurier, Postboten oder Dienstleister geliefert. Manchmal werden auch tatsächlich Schlüssel zugestellt, nur passen die dann nicht zur Wohnung. Nachdem das Geld bezahlt wurde verschwindet der vermeintliche Vermieter und der Mieter steht mit erheblichem finanziellem Verlust da und ohne Wohnung.

Gefälschte Inserate erkennen

Folgende Kriterien können Hinweise für Betrug sein:

  • Sie haben die Wohnung nie von innen gesehen
  • Sie haben den Vermieter nie treffen können, die gesamte Kommunikation fand online statt
  • Sie sollen im Voraus zahlen
  • Der Schlüssel wird zum Einzug geliefert oder per Post verschickt
  • Das Angebot ist zugut, um wahr zu sein
  • Seriöse Anbieter verlangen nicht, dass Sie für eine Zusage oder Wohnungsbesichtigung bezahlen.
  • Sprachliche Auffälligkeiten und Fehler

Betrug vermeiden

Fallen Sie nicht auf Betrüger rein:

  • Überweisen Sie NIEMALS eine Kaution oder Miete im Voraus. Überzeugen Sie sich vorher davon, dass Sie wirklich mit dem Vermieter der Wohnung kommunizieren, z.B. bei einer persönlichen Besichtigung.
  • Lassen Sie sich nicht zu einer vorzeitigen Zahlung drängen.
  • Schauen Sie sich die Wohnung persönlich an und treffen Sie den Vermieter/ Verwalter in der Wohnung.

Auch das Zusenden einer Kopie eines Personalausweises reicht nicht aus den Vermieter zu verifizieren. Die Kopie des Ausweises wurde oft auch auf betrügerische Art und Weise beschafft.

2. Gefälschte Agenturen

Die vermeintlichen Vermieter geben vor mit einer Immobilienagentur zu arbeiten. Auf der Webseite der Agentur sollen Sie Ihre Daten eingeben. Im Anschluss sollen Sie die erste Miete oder Kaution überweisen, damit  Ihnen jemand von der Agentur die Wohnung zeigen kann.  Manchmal wird auch eine Wohnungsbesichtigung inszeniert, z.B. indem eine Wohnung über AirBnB gemietet wird. Außerdem wird oft Druck auf den Mietsuchenden ausgeübt schnell zu bezahlen, da die Wohnung ansonsten weg sei.

Auch hier wieder:

  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen zu zahlen
  • Zahlen Sie nicht vor Schlüsselübergabe und Vertragsunterschrift
  • Seriöse Anbieter verlangen keine Bezahlung im Voraus für eine Wohnungsbesichtigung
  • Überweisen Sie NIE im Voraus
  • Achten Sie auf die Professionalität und Seriosität der Webseite
  • Schauen Sie ob das gesetzlich vorgeschriebene Impressum vorhanden ist und die Telefonnummer stimmt
  • Lassen Sie sich im Verdachtsfall den Personalausweis des Maklers bei der Besichtigung zeigen

3. Datendiebstahl

Der vermeintliche Vermieter verlangt, dass Sie Ihre Gehaltsnachweise und Personalausweis entweder auf einer Webseite hochladen oder per E-Mail versenden. Zwar ist dies mitunter auch Praxis bei  seriösen Anbietern, doch seien Sie vorsichtig. 

  • Achten Sie auf die Professionalität und Seriosität des Anbieters
  • Überprüfen Sie Onlinebewertungen des Anbieters
  • Achten Sie auf verdächtige Anzeichen und versenden Sie sensible Dokumente nicht leichtgläubig

4. Immobilienlisten

Der vermeintliche Makler hat angeblich Zugang zu exklusiven Listen, die er Ihnen gegen Geld zur Verfügung stellt. Tatsächlich sind solche Listen oft zusammenkopiert aus öffentlichen Inseraten.

&#10003 Bezahlen Sie kein Geld für Immobilienlisten. Seriöse Anbieter verlangen dafür keine Bezahlung.

5. Gefälschte Emails

Betrüger im Internet versuchen Schadsoftware und Viren auf Ihrem Computer einzuschleusen, um auf sensible Informationen zuzugreifen, z.B. beim Online Banking.

✓ Öffnen Sie keine verdächtigen​ Links oder angehängte Dateien von Quellen, denen Sie nicht vertrauen.

Wie und wo kann ich Immobilienbetrug melden?

Unter jedem Inserat finden Sie eine Funktion mit der Sie verdächtige Inserate melden können. In der Folge wird das Inserat geprüft. Sollte sich der Verdacht bestätigen, werden weitere Nutzer gewarnt und das Inserat wird unzugänglich gemacht. Damit helfen Sie anderen Nutzern und verhindern, dass andere auf den Betrug hereinfallen. Zudem können Sie eine Anzeige erstatten, auch wenn noch kein Schaden entstanden ist. Das hilft ermittelnden Behörden dem Täter auf die Schliche zu kommen und andere zu schützen.

Was mache ich wenn ich einem Betrüger zum Opfer gefallen bin?

Bewahren Sie Ruhe. Wenn Sie schon Geld überwiesen haben, wenden Sie sich schnellstmöglich an Ihre Bank. Mit viel Glück lässt sich das Geld zurückholen, doch die Chancen dafür sind meist sehr gering. Erstatten Sie umgehend Strafanzeige bei der Polizei, entweder bei der nächsten Polizeiwache persönlich oder online. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Bundeskriminalamtes. Melden Sie das Inserat, um andere Nutzer zu warnen.

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